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Informationen zum Glasfaserausbau im Landkreis Cochem-Zell

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Für viele Telekommunikationsunternehmen (TKU’s) sind die ländlichen Regionen für einen privatwirtschaftlichen Glasfaserausbau jedoch leider unattraktiv, da hier oftmals nur die Anzahl der Anschlüsse und Verträge ausschlaggebend sind. Aus diesem Grund hat der Landkreis Cochem-Zell die Breitbandversorgung für seine Dörfer und Ortschaften in die eigenen Hände genommen und mit einem innovativen Konzept dafür gesorgt, dass auch in den kleinsten Gemeinden schnelles Internet verfügbar ist. Hierzu waren so einige Schritte notwendig.

Dank verschiedener Aktivitäten von TKU’s konnte bereits ab 2016 eigenwirtschaftlich, ohne Inanspruchnahme von Fördermitteln und Zuschüssen, eine gute DSL-Grundversorgung in unserer Verbandsgemeinde sichergestellt werden. Seitdem liegen die Bandbreiten in vielen Regionen bei 50 Mbit/s, mindestens jedoch bei 16 Mbit/s. In einzelnen, besonders gut angebundenen Orten sind seither sogar Bandbreiten von 100 Mbit/s oder mehr. Hierbei wurden meistens die bestehenden Kupfernetze aufgerüstet und das sogenannte Nadelöhr zwischen Haupt- und Straßenverteilern durch den Einsatz von Glasfaserleitungen umgangen. Um dies zu ermöglichen, war eine Verlegung von Glasfaserhauptstecken in jeder Ortsgemeinde in unserer Verbandsgemeinde notwendig. Bei dieser Versorgungsart werden von den Straßenverteilern bis in die jeweiligen Gebäude auf der sog. „letzten Meile“ allerdings die bestehenden Kupfertelefonleitungen genutzt. Um die Breitbandversorgung innerhalb des Landkreises Cochem-Zell weiter zu verbessern, wurden zwei Förderprojekte umgesetzt. Bei einem Förderprojekt wurde unter anderem durch den Einsatz von Vectoring eine Vielzahl von Technikstandorten aufgewertet, sodass dies für eine verbesserte Versorgung von ca. 10.000 Haushalten um bis zu 25 % über die bestehende Kupfertelefonleitung geführt hat.

Nach Plänen der Bundesregierung sollen bis 2030 der flächendeckende Glasfaserausbau in Deutschland abgeschlossen sein und der Übergang von Kupfer- auf Glasfasernetze zügig, wettbewerbskonform, verbraucherfreundlich und ökologisch nachhaltig gestaltet werden. Dies gehört zu einem der großen Ziele der sogenannten Gigabitstrategie. Erste Pilotprojekte sind bereits gestartet, mit denen Erfahrungen mit dem Wechsel von kupferbasierten DSL-Anschlüssen auf Glasfaser gesammelt werden sollen. Einen Gesamtplan für die DSL-Abschaltung in Deutschland fehlt jedoch noch.

Der Glasfaserausbau nimmt in unserer Verbandsgemeinde so langsam an Fahrt auf. Dies erfolgt zu einem eigenwirtschaftlich durch die jeweiligen TKU und in den nicht wirtschaftlich abbildbaren Regionen soll bzw. muss der Ausbau gefördert erfolgen. Hierbei trägt die Kommune 10 % der Wirtschaftlichkeitslücke. Um die notwendige Höhe der Fördermittel zu ermitteln, ist im Landkreis Cochem-Zell ein Markterkundungsverfahren durchgeführt worden, bei welchem sich am eigenwirtschaftlichen Ausbau interessierte TKU`s beteiligt haben. Hierbei wurden dem Landkreis die jeweiligen Ausbauvorhaben „adressscharf" mitgeteilt, sodass die Adresskulisse für die derzeit laufende Ausschreibung feststeht. Positiv hervorzuheben ist, dass einige TKU's eine Mischkalkulation für Ihre eigenwirtschaftliche Ausbauplanung vorgenommen haben, sodass auch weniger wirtschaftlichere Regionen ohne die Inanspruchnahme von Fördergeldern einen Glasfaseranschluss erhalten können. Andere hingegen konzentrieren sich auch innerhalb einer Ortslage nur auf lukrative Adressen bzw. Ortsteile innerhalb der Ortslage. In den lukrativen Gebieten stehen sich die Unternehmen dann im Wettstreit. Hierbei geht es meist um die Erreichung von Anschlusszahlen oder wer mit dem Ausbau am schnellsten startet. Hierbei kann es auch zu einem strategischen Doppelausbau kommen, oder ein TKU zieht sich ganz oder teilweise von seinem Ausbauvorhaben zurück. Sollten im schlechtesten Falle Regionen aus dem eigenwirtschaftlichen Ausbau wegfallen, welche durch eine Mischkalkulation wirtschaftlich waren, kann es dazu kommen, dass eine neue Summe an Fördermitteln benötigt wird und bis zu einer möglichen. Bewilligung sogar Regionen vorerst außen vor bleiben.

Leider erfolgt der Infrastrukturwettstreit im Bereich Glasfaser somit teilweise auch auf dem Rücken der Bürgerinnen, der Bürger sowie der Kommunen. Hierauf hat die Kommune leider keinen Einfluss und kann das nicht verhindern. Aber gutheißen können wir das auch nicht.

Zusammengefasst bietet Glasfaser sehr schnelles Internet und wird in greifbarer Zukunft eine Standard-Technologie sein. Daher lege ich Ihnen nahe, sich bereits rechtzeitig hiermit zu beschäftigen, damit Sie nicht zu einem späteren Zeitpunkt hohe Nachanschlussgebühren auf sich nehmen müssen.